Partzsch Unternehmensgruppe

Imprägnieranlagen

Das Imprägnieren von Wicklungen für elektrische Maschinen hat einen besonders hohen Stellenwert für die elektrische und mechanische Festigkeit. Für die jeweiligen Imprägnierverfahren werden verschiedenartige Harze angeboten. Zur Gewährleistung optimaler Fertigungsergebnisse stehen Ihnen bei der Verfahrens- und Harzauswahl unsere Mitarbeiter mit ihren jahrelangen Erfahrungen gern zur Seite.

Imprägniermittelbasis Epoxidharz

Das Epoxidharz-Anhydride System entspricht der Wärmeklasse F. Da das Epoxidharz keinen Reaktiv-Verdünner hat, kann eine Verarbeitung bei einem sehr niedrigem Vakuum erfolgen. Dadurch wird der Luftinhalt auf ein Minimum reduziert, was sich besonders im Verlustfaktor (tan) wiederspiegelt. Besondere Bedeutung hat dies für Isolationssysteme mit hohen Bemessungsspannungen (größer 10 kV).

Auf Grund der Viskosität des Epoxidharzes erfolgt eine Imprägnierung bei einer Harz- und Objekttemperatur von 60 bis 70 °C. Durch die gekühlte Lagerung bei ca. 10°C und zusätzlichen Heizkosten während der Imprägnierung, fallen bei Einsatz dieses Imprägniermittels hohe Energie- und Anlagekosten an. Bei allen qualitativen Vorteilen des Epoxidharzes sind die anfallenden Betriebskosten immer mit abzuwägen.

Imprägniermittel Polyesterharz (UP-Harz)

Niederspannungswicklungen mit Voltatex® 4030

Dieses Tränkharz bietet aufgrund seines Flie verhaltens gute Voraussetzungen für eine optimale Harzaufnahme bei Runddrahtwicklungen. So besitzt das Harz ein gutes Eindringvermögen, hat aber nur geringe Abtropfverluste. Durch einen sehr kurzen und effektiven VPI-Prozess wird die Durchtränkung sichergestellt.

Traktionswicklungen mit Voltatex® 4202

Das emissionsarme Tränkharz der Wärmeklasse 200 ist umweltschonend und in Bezug auf Elastizität und Widerstandsfähigkeit zukunftsweisend. Auf Grund der höheren Viskosität muss das Tränkharz auf 40°C vorgewärmt werden. Dieser etwas höhere Aufwand während des Vakuum-Druck- Prozesses rechtfertigt sich aber gerade bei Fahrmotoren, die u.a. im Unterflurbetrieb sämtlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt sind.

Windkraftgeneratoren mit Damisol® 3340

Große Windkraftgeneratoren mit einem Durchmesser von bis zu 5 Metern werden mit diesem Polyesterimidharz imprägniert. Mit einer mittleren Viskosität bietet dieses Tränkharz ein einfaches Handling und ein gutes Verhältnis von Harzauftrag und Durchtränkung.

Hochspannungswicklungen mit Damisol® 3309

Dieses Polyesterimidharz ist Teil des Isolationssystem Samicabond® der Fa. VonRoll und entspricht der Wärmeklasse H. Sowohl die Lagerung als auch die Imprägnierung kann bei Raumtemperatur erfolgen. Um die Fließeigenschaften des Imprägniermittels weiter zu verbessern, werden die Wicklungen vorgewärmt. So können auch stärkere Isolationshülsen sicher durchtränkt werden.

Aufgrund der relativ einfachen Verarbeitung ist dieses Imprägniermittel sehr gefragt. Trotz der etwas schlechteren elektrischen Eigenschaften gegenüber dem Epoxidharz-System, werden alle elektrischen Kennwerte der hierfür geltenden Normen erfüllt. Mit diesem Tränkmittel sind Bemessungsspannungen bis 15 kV sicher zu beherrschen.

Vakuum-Verfahren

Bei diesem Verfahren wird die zu imprägnierende Wicklung mit Blechpaket, in manchen Fällen auch mit Gehäuse, in den Spezialbehälter der Anlage eingebracht. Es wird ein Vakuum von ca. 5 bis 10 mbar mittels Vakuumpumpe gezogen, was der Entfernung aller Lufteinschlüsse innerhalb der Wicklung dient.

Zum Abschluss des Prozesses erfolgt ein Rückfluten und das Abtropfen der Wicklung. In einem mit einer Rolliervorrichtung ausgestattetem Trockenofen wird das Harz in der Wicklung ausgehärtet. Die Drehung des Blechpaketes, mit oder ohne Gehäuse, sichert ein gleichmäiges Verteilen des Imprägniermittels in und über die Wicklung.

Vakuum-Druck-Verfahren

Beim Vakuum-Druck-Verfahren wird ein spezieller Imprägnierbehälter mit einer drucksicheren Bajonett-Verschluss-Deckelverriegelung eingesetzt. Der gesamte Prozess findet in zwei Zyklen statt. Ähnlich dem Vakuumverfahren wird zunächst in der Vakuumphase die Wicklung getrocknet und danach mit dem Imprägniermittel überflutet.

Während der anschließenden Druckphase wird durch ein Polster aus komprimierter Luft das Imprägniermittel in die kleinsten Hohlräume der Wicklung gepresst. Mittels Kapazitätsmessung kann die Harzaufnahme der Isolation verfolgt werden.

Der Prozess ist beendet, wenn die Kapazitätsänderung ein Minimum erreicht hat. Mittels des vorhandenen Druckes im Behälter lässt sich das Imprägniermittel in die Vorratsbehälter zurückdrücken. Nach dem Abtropfen erfolgt die Übergabe in den Trockenofen, wo auch hier eine rollierende Aushärtung erfolgt.

technische Parameter
Imprägniermittel / VPI-AnlageBehältermaße
(Grundfläche)
Füllhöhe des Imprägniermittels
Voltatex® 4030 0,8 m × 1,4 m 0,7 m
Voltatex® 4202 1,0 m × 1,1 m 0,9 m
Damisol® 3340 5,0 m ca. 1,5 m
Damisol® 3309 4,3 m (Ringe 3,9 m) ca. 2,5 m (max. 3,3 m)
Epoxidharz EPR 162 ca. 2,7 m × 4,2 m ca. 2,4 m

Strom-UV-Imprägnierung

Die Strom-UV-Imprägnierung ist ein innovatives Tauchverfahren für Niederspannungs-Runddraht-Wicklungen. Bei diesem Verfahren wird eine niedrige Gleichspannung an die Wicklung angelegt und durch Stromfluss sehr effektiv die benötigte Prozesswärme erzeugt.

Beim Tauchen der angewärmten Wicklung wird das Imprägniermittel dünnflüssig und kann dadurch in kleinste Hohlräume vordringen. Bei fortwährender Erwärmung geliert das Imprägnierharz an den heißen Leitern der Wicklung, wobei das Harz nach dem Tauchen am kühleren Blechpaket wieder abfließen kann.

Im Vergleich zur Vakuumimprägnierung wird ein höherer Füllgrad erreicht. Das Strom-UV-Imprägnierverfahren kann gerade bei großen Stückzahlen den kompletten Vakuumprozess inkl. Ofentrocknung ersetzen. Durch den Wegfall wird Energie und Zeit gespart. Zusammen mit der Verwendung eines emissionsarmen Imprägniermittels fällt die Umweltbilanz sehr positiv aus.

technische Parameter
  • Durchmesser der Tränkobjekte max. 900 mm
  • Tauchtiefe (Höhe Imprägniermittel) max. 1.000 mm
  • Tragfähigkeit der Beladestation 1 × 500 kg zzgl. 2 × 100 kg
  • Anlagenleistung (pro Station) 100 kW (max. 100 V / 1.000 A)
Desktop Version anzeigen